Chronik

Erstes Zeitbild: In den Anfängen

In den frühen 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts verzeichnet die Marktgemeinde Dollnstein ca. 700 Einwohner. Maurermeister Xaver Peißl (später Angerstraße) fungiert über viele Jahre hinweg als Bürgermeister. Auf dem Marktplatz wird zum Andenken an die Gefallenen des Krieges 1870/71 die Mariensäule errichtet.

Zur Brandbekämpfung stehen dem Ort zwei Feuerlöschmaschinen zur Verfügung, die ein einer Spritzremise untergebracht sind. Martin Wittmann schickt an die Gemeinde eine Rechnung für geleistete Wartungsarbeiten an den Löschmaschinen wie Säubern, Einschmieren, Ausprobieren. Der Schlossermeister Escherle erstellt eine Rechnung für das Anbringen von Mauerstiften im Feuerhaus zum Aufhängen von Feuerhaken, Leitern und Laternen. Geeignete Männer für die Handhabung der Geräte bei einem Einsatz benennt der Gemeinderat.

Diese Bürger schließen sich 1873 auf freiwilliger Basis zu einem Verein zusammen, um uneigennützig für die Mitmenschen da zu sein, wenn es gilt, Gefahren durch Feuer abzuwenden, bzw. Schäden zu begrenzen. Überdies wird durch Vereinszusammenschluß die Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert und die Einsatzbereitschaft merklich erhöht. Somit ist im Jahre 1873 die „Freiwillige Feuerwehr Dollnstein“ aus der Taufe gehoben.

Anläßlich einer Gemeidevisitation durch den Bezirkshauptmann (=Landrat) des Königlichen Bezirksamts Eichstätt 1875 wird die Existenz der freiwilligen Wehr lobend erwähnt. Ein Jahr darauf gibt die Gemeinde unter Bürgermeister Peißl die beträchtliche Summe von 3350 Mark aus zur Ergänzung der Ausstattung. Die Firma Blümlein aus Würzburg liefert eine Saugdruckspritze, dazu 350 Meter Schlauchmaterial.

Damit ist die örtliche Feuerwehr ausgerüstet mit drei Spritzen, mit Feuerhaken, Leitern und Laternen. Ihre Wirksamkeit stellt sie unter Beweis bei einem Waldbrand und zwei Gebäudebränden im Ortsbereich, nämlich bei den Anwesen von Josef Heckl und Johann Pfister.

Überholt ist also die noch im zurückliegenden Jahrhundert übliche Art und Weise der Brandbekämpfung, die so treffend in Schillers „Glocke“, um nochmals auf dieses klassische Werk zurückzugreifen, beschrieben ist:

Durch die Hände langer Kette

Um die Wette

Fliegt der Eimer, hoch im Bogen

Spritzen Quellen, Wasserwogen.

 

Zweites Zeitbild: Um die Jahrhundertwende

In Bayern versteht man Feste zu feiern. Und Dollnstein liegt in Bayern. Den Beweis erbringt das Jahr 1898. Die örtliche Freiwillige Feuerwehr begeht ihr 25jähriges Gründungsfest.

Da geht es hoch her, denn Franz Mödl, Ökonom und Bäckermeister kann als Bürgermeister zusammen Josef Hetzler als Vereinsvorstand zum Vereinsjubiläum 24 Gastfeuerwehren mit 508 Wehrmännern als Festteilnehmer begrüßen.

Das „Inventar der vorhandenen Gerätschaften der Feuerwehr“ unterscheidet sich nur geringfügig von der Ausstattung früherer Jahre. So sind in der Spritzenremise untergebracht eine ältere fahrbare Feuerspritze, eine kleine Druckspritze, eine Saugdruckspritze und ein Schlauchwagen. Diese Gerätschaft wird ergänzt durch eine Schubleiter, eine Anstelleiter, drei Hängeleitern, vier Feuerhaken und vier Sturmlaternen.

Die Kommandanten Ludwig Eigenmann und Otto Eisenhofer mit ihren Mannen brauchen sich über mangelnde Arbeit nicht zu beklagen. Man kann geradezu von einer Brandorgie sprechen, die im Ortsbereich ausbricht. In einem Zeitraum von nur zwei Jahren rückt die Feuerwehr zu acht Bränden aus.

Allein in einer einzigen Woche des Jahres 1899 gehen drei Anwesen in Flammen auf. Zu Schaden kommen die Nachbarhäuser Nr. 75, 76, 77. Da ist auch Michael Ziller in seinem Ehrenamt als Schriftführer und Kassier der Feuerwehr mit Arbeit ganz schön eingedeckt.

Während anstelle der niedergebrannten Häuser neue Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen, bedeutet das abbrennen des Brückenturms an der Altmühl am 28. Mai 1904 einen herben, unwiederbringlichen Verlust für das Ortsbild Alt-Dollnsteins.

Äußerst reges Interesse an der Feuerwehr belegt die überaus hohe Beteiligung bei den regelmäßig stattfindenden Übungen. Ein Protokolleintrag vom 10. Mai 1903 berichtet von einer Hauptübung, wo 161 Feuerwehrmänner (58 Mann Freiwillige Feuerwehr, 103 Mann Pflichtfeuerwehr) angetreten sind.

Ausrücken und Löscharbeit ist Schwerstarbeit und diese macht Durst. Ein Faß (Frei)bier läßt die Anstrengung leichter und rascher abbauen. Wie ein Hinweis in der Vereinschronik belegt, ist Gerstensaft schon gefragt. Schließlich pflegt man am Biertisch Geselligkeit und fördert so das Zusammengehörigkeitsgefühl.

 

Drittes Zeitbild: In den 30er Jahren

Der Markt Dollnstein ist mit knapp unter 1000 Einwohnern nach Eichstätt und Kipfenberg die drittgrößte Gemeinde des Landkreises Eichstätt. Unter Bürgermeister Franz Mödl erhält die örtliche Feuerwehr eine moderne Motorspritze zum Preis von 3300 Mark von der Firma Paul in Bayreuth, die längere Zeit in ihrer Art die einzige im gesamten Bezirk ist. Ein Schlauchwagen wird dazugekauft, so daß die Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr hohen Standard hat.

Um bei auswärtigen Brandeinsätzen schnell präsent sein zu können, werden Fahrdienste für die Spritze bestimmt. Anspannen müssen sonach Johann Mödl und Josef Reichardt für den äußeren Markt sowie Michael Ziller jun. Und Pius Lehmeier für den inneren Markt. Bei zwei Bränden in Breitenfurt werden die Fahrdienste in Anspruch genommen.

Zwei Höhepunkte hält das Jahr 1932 bereit. Das neue Feuerwehrhaus ist so weit gediehen, daß die Hebfeier stattfinden kann. Etliche Jahre später wir ein Schlauchturm angebaut. Somit ist die Raumnot für die Ausstattung der Wehr behoben. Im Dezember 1932 wird das 60jährige Gründungsfest begangen. Hierbei präsentiert sich die vereinseigene Blaskapelle und erbringt einen großen Beitrag zum festlichen Verlauf des Jubiläums.

Pfarrer Schneeberger und Josef Kunz werden zu Ehrenmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr ernannt.

Die Übungen, stets an Sonntagen abgehalten, finden enorme Resonanz. Tage vor dem Ausrücken werden Uniformknöpfe und Messinghelm mit Sidol auf Hochglanz poliert. Hornisten schreiten durch den Ort und Blasen zum Antreten. Ein Pulk von Schulkindern ist ständiger Begleiter und kritischer Beobachter vom Aufstellen der einzelnen Gruppen und Geräte vor dem Friseurgeschäft Dornauer und dem Anwesen Graf bis hin zum Übungsabschluß.

Den Zuschauern imponiert die imposante Erscheinung des Kommandanten Xaver Meißler, dessen Kommandos militärisch-herrisch im Kasernenton scharf wie auf einem Exerzierplatz sich anhören.

Wenn nach Übungsende die Wehrmänner und die Musikanten ins Vereinslokal einziehen, gehört der Wirtshausvorplatz den Kindern. Hier hören sie Blasmusik gratis. Ein suchender Blick durch die Fenster der Gaststube ermittelt den Tisch, wo Vater oder Onkel sitzen. Der sich anschließende Zehnsekunden-Blitzbesuch gilt allein der Frage: Dadda, derf i vo deim Bier dringa?

 

Viertes Zeitblid: In den frühen 70er Jahren

Die FFW Dollnstein ist Stützpunktwehr mit 46 aktiven und 109 passiven Mitgliedern. Mit großem Eifer wird die Ausbildung in Gruppen intensiviert, um auch Prüfungen für die verschiednen Leistungsabzeichen erfolgreich zu bestehen.

Im Jahr 1971 wird das erste goldene Abzeichen an eine Gruppe verliehen. Derzeit besitzen zwei Löschgruppen „Gold“, eine Gruppe das Leistungsabzeichen in Silber und eine weitere Gruppe das Abzeichen in Bronze. Diese Leistungsbeweise spiegeln den hohen Ausbildungsstand der Wehr wieder, wozu der langjährige 1. Kommandant Wilhelm Link und ab 1985 der 1. Kommandant Xaver Wenninger in lobenswerter Weise wesentlich beitragen. Für die Feuerwehrmänner zeichnet sich deutlich eine Verlagerung Ihrer Aufgaben ab. Weniger die Brandfälle als vielmehr technische Hilfeleistungen und der Umgang mit der für die Umwelt gefährlichen Stoffen rücken verstärkt in den Mittelpunkt. Dies erfordere ständige Fortbildung, aber auch zusätzliche Ausstattung mit dafür geeigneten Geräten.

So stehen im Feuerwehr-Gerätehaus neben der herkömmlichen Ausrüstung zur Brandbekämpfung ein fahrbarer Pulverlöscher und ein Ölschadenanhänger.

Aber auch der Löschgerätepark kann sich sehen lassen. Starr ist ein Löschgruppenfahrzeug vom Typ LF 8. Neben kleineren Geräten gehören zur weiteren Ausstattung eine Motorspritze TS 8 und eine Motorspritze Breuer C 7. Eine fahrbare Feuerleiter hat eine Steighöhe von 10 Metern.

In diese Zeit fällt ein bedeutendes, rundes und zugleich stolzes Jubiläum: der Verein besteht nun seit 100 Jahren.

Das 100jährige Gründungsfest wird unter Leitung des 1. Vorstandes Rudolf Worsch geplant, vorbereitet und durchgeführt, also feierlich begangen. Das festliche Ereignis dauert vom 22. bis 24. Juni 1973.

Nach einem besonders langen Festzug mit über 50 auswärtigen Vereinen – der örtliche Krieger und Soldatenverein feierte das selbe Jubiläum mit – wird die Ansprache im Festzelt des Schirmherrn Hanns – M. Schmidramsl, Mitglied des Landtags, zum Höhepunkt der Festtage.

Grußworte des Landrats Konrad Regler und des Bürgermeisters der Marktgemeinde Dollnstein, Karl Wagner betonen den uneigennützigen, selbstlosen Einsatz der Wehr für die Mitbürger, für die Allgemeinheit, wenn es gilt, fremdes Gut zu schützen und die Mitmenschen vor Schaden zu bewahren. Anerkennende Worte des Danks kommen zum Ausdruck.

Das Fünfte Zeitbild wird momentan überarbeitet bzw. aktualisiert und wird bei gegebener Zeit hier an dieser Stelle erscheinen.